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Umstellungshinweis: Olmesartane aus EKO gestrichen

Die Streichung aus dem Erstattungskodex erfolgt aufgrund relevanter Nebenwirkungen: In den vergangenen Jahren mehrten sich die Hinweise, dass es unter Behandlung mit dem Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) Olmesartan zu schweren Enteropathien kommen kann.

Schmuckbild: Frau hat Bauchkrämpfe

Dabei könnte es sich um einen auto-immunologischen Prozess handeln. Histologisch finden sich Zottenatrophien im Dünndarm, welche nach Absetzen von Olmesartan reversibel scheinen. Das Risiko für die Entwicklung der Olmesartan-assoziierten Enteropathie steigt mit der Dauer der Behandlung stark an.

Wie bereits berichtet, wurde vom Hauptverband ein Streichungsverfahren für Arzneispezialitäten mit dem Wirkstoff Olmesartan aus dem Erstattungskodex (EKO) eingeleitet: Mit der Sprue-ähnlichen Enteropathie weist Olmesartan eine zwar seltene, jedoch klinisch relevante Nebenwirkung auf. Da die antihypertensive Therapie hunderttausende Patienten betrifft und eine langfristige Behandlung ist, die oft bis ans Lebensende fortgeführt werden muss, sind die Patienten einem unnötigen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, das mit zunehmender Einnahmedauer steigt. Unklare Enteropathien sind bis zu ihrer Abklärung oft mit einem erheblichen Leidensweg und zahlreichen, auch apparativen Untersuchungen für die Patienten verbunden.

 

Streichungen & Alternativen

Da es im EKO eine Vielzahl therapeutischer Alternativen gibt, bei denen diese Nebenwirkung gemäß der aktuellen Datenlage nicht oder zumindest wesentlich seltener auftritt, ist es aus der gesundheitspolitischen Perspektive der Sozialversicherung im Sinne einer optimalen medizinischen Betreuung der Versicherten nicht zielführend, laufend weitere Patienten diesem Risiko auszusetzen. Daher erfolgt die Streichung von Olmesartan aus dem EKO.

Folgende Arzneispezialitäten mit dem Wirkstoff Olmesartan wurden mit 1. Jänner 2019 aus dem EKO gestrichen: MENCORD, OLMETEC, MENCORD PLUS, OLMETEC PLUS, AMELIOR, SEVIKAR, AMELIOR PLUS HCT, SEVIKAR HCT, jeweils in verschiedenen Stärken.

Es wird somit notwendig, Patienten auf andere therapeutische Optionen ein- bzw. umzustellen. Die Tabelle der Äquivalenzdosierungen (auf Basis des Infotools, Stand Dezember 2018) soll Sie bei der Umstellung unterstützen:

Tabelle der Äquivalenzdosierungen





Dieser Artikel stammt aus den FORUM Arztpraxis 01/2019 (6.3 MB), dem Fachmagazin für Oberösterreichs Ärzte.


Zuletzt aktualisiert am 19. Juni 2019